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Woran erkennt man eine gute Hundeschule?

Es gibt nur wenige Anhaltspunkte, um eine gute Hundeschule zu finden.

Im BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V.) sind Hundetrainer organisiert, die nach modernen Erkenntnissen ausbilden und sich per Satzung zum Verzicht auf Würge- und Stachelhalsband, Teletakt und Geschirren mit Zugwirkung unter den Achselnverpflichtet haben. Zusätzlich müssen sie sich regelmäßig fortbilden, um MItglied bleiben zu können. Eine Liste der Mitglieder finden Sie im Internet unter www.hundeschulen.de.

Häufig hilft es, andere Hundebesitzer nach ihren Erfahrungen zu fragen. Schauen Sie sich die HUndeschulen, die in die engere Wahl kommen, schon einmal ohne Hund, stellen Sie Fragen und vergleichen Sie die Antworten. Benutzen Ihren gesunden Menschenverstand, um die richtige Hundeschule für Ihren Vierbeiner und sich selbst zu finden. Meiden Sie Hundeschulen, in denen über Schmerz und Einschüchterung gearbeitet wird. Es gibt heutzutage tierfreundlichere und zugleich wirksamere Methoden, einen Hund zu erziehen und auszubilden.
Sollten Sie feststellen, dass Ihre erste Hundeschul-Wahl doch nicht so gut war, haben Sie keine Skrupel, die Hundeschule zu wechseln. Ihr Hund wird es Ihnen danken. Schließlich ist Ihre Freizeit, die sie dort verbringen und deshalb sollten Sie und Ihr Hund gern dort hin gehen. 

Gibt es eine Ausbildung für Hundetrainer?

Leider gibt es zur Zeit noch keine staatlich anerkannte Ausbildung zum Hundetrainer und auch keine Qualitätskontrolle der bereits bestehenden Hundeschulen. Zwar gibt es seit einigen Jahren diverse Ausbildungen zum Hundetrainer von verschiedenen Anbietern, doch sind darunter leider auch viele unseriöse oder solche, bei denen eine ganz bestimmte (manchmal recht einseitige) „Philosophie“ gelehrt wird. Hier gilt es, im Einzelfall genau hinzuschauen.

Erfreulicherweise ist es dem BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V.) im Jahr 2007 gelungen, in Zusammenarbeit mit der IHK Potsdam einen umfassenden Zertifikatslehrgang zum „Hundeerzieher und Verhaltensberater IHK/BHV“ zu erstellen, der große Praxisanteile enthält und Wissen um den Hund auf dem neuesten Stand der Forschung lehrt, ohne dabei eine ganz bestimmte Methode als „die einzig wahre“ darzustellen.

Somit gibt es nach langjährigen Bemühungen erstmalig die  Möglichkeit, sich als Hundetrainer durch die IHK Potsdam ein bundesweit anerkanntes Zertifikat zu erarbeiten. 

Wie sinnvoll ist Fremdausbildung?

Meine Hundeschule schlägt mir vor, den Hund zuerst einige Wochen "in Ausbildung" zu nehmen, bevor ich dann auch angelernt werde. Ist das sinnvoll?

Nein. Gute Hundeausbildung ist, auf den Punkt gebracht, eine wundervoll funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Ausbilder. Diese Kommunikation sollte Ihr Hund zusammen mit Ihnen lernen, nicht mit einem fremden Menschen. Denn davon, dass die Kommunikation zwischen dem Ausbilder und Ihrem Hund klappt, haben Sie noch nicht viel. Ehe Sie Ihren Hund zur Ausbildung weggeben, fragen Sie auch unbedingt nach, ob der Ausbilder Ihnen garantiert, dass der Hund während des Aufenthalts nicht geschlagen oder anderweitig über Schmerz erzogen wird - und staunen Sie über die Antworten...

Wie alt sollte mein Hund sein, wenn ich mit der Ausbildung beginne?

So jung wie möglich. Hunde lernen ständig und in jeder Situation. Je mehr man ihnen anbietet, etwas in unseren Augen Vernünftiges zu lernen, um so weniger haben sie er Zeit, sich Unfug anzugewöhnen.
Die alte Mär, ein Hund müsse erst 1 Jahr alt sein, bevor man mit der Ausbildung beginnen könne, steht in direkter Beziehung zur Methode der Ausbildung. Arbeite ich hauptsächlich über Schmerz und Einschüchterung, muss der Hund mindestens 1 Jahr alt sein, damit er daran nicht zerbricht.
Arbeite ich hingegen mit positiver Verstärkung, kann ich gar nicht zu früh anfangen. 

Ist mein Hund nicht schon zu alt für eine Ausbildung?

Nein.

Hunde lernen bis ins hohe Alter, denn auch ein alter Hund muss im Prinzip noch lernen können, einer Gefahr zu entkommen oder eine neue Futterquelle zu finden. Insofern ist es nie zu spät, mit der Ausbildung zu beginnen. Ganz im Gegenteil ist es sehr ratsam auch mit alten Hunden immer im Training zu bleiben. Kopfarbeit hält jung und macht zufrieden. Ein Hund, der auch im hohen Alter noch seine Denksportaufgaben löst, dankt es Ihnen wahrscheinlich mit einer höheren Lebenserwartung. Erst wenn Ihr Hund bereits Anzeichen von Altersdemenz zeigt,  oder (fast) nur noch schläft, ist ein Lernen kaum noch möglich.

Warum verzichtet "die andere Hundeausbildung" darauf, den Hund z.B. durch Druck aufs Hinterteil zum Sitzen zu bringen, wie allgemein üblich?

Ihr Hund muss nicht erst lernen, bestimmte Bewegungen auszuführen. Er kann sich sehr viel besser von selbst hinsetzen oder -legen, als Sie ihn je durch Zwang dazu bringen könnten. Er muss nur noch lernen, wann er es tun soll (nämlich auf Ihr Signal hin) und wie genau er es tun soll (z.B. so lange sitzen bleiben, bis Sie ein anderes Zeichen geben). Den Hund herumzuschieben, zu drücken oder mit der Leine an ihm zu rucken ist dafür weder nötig noch sinnvoll, sondern lenkt ihn eher vom eigentlichen Lernprozess ab. Zudem stresst körperlicher Zwang – auch „sanfter“ - die allermeisten Hunde. Dadurch werden sie je nach Typ entwerder eher unterwürfig und eingeschüchtert oder "bockig" und “stur”. Da Berührungen für den Hund offensichtlicher sind als Hörzeichen oder Handsignale, dauert es bei einer Ausbildung über Zwang auch meist sehr lange, bis der Hund auch ohne diese körperlichen "Hilfen" gehorcht.

 

Kann man zuverlässigen Gehorsam erreichen, ohne ihn an irgendeinem Punkt zu erzwingen?

Aber ja! Durch gutes Training ausschließlich über positiver Verstärkung kann man problemlos dahin kommen, dass der Hund in den verschiedensten Situationen und auch bei starker Ablenkung zuverlässig gehorcht.
Wir haben in vielen Jahren Erfahrung mit gewaltfreien Methoden überdies immer wieder erlebt, dass man mit rein positiver Verstärkung deutlich mehr erreicht als mit einer „Mischmotivation“ (also positive Verstärkung gemischt mit „Druck“ oder Zwang). Denn wenn der Hund befürchten muss, dass er für falsche oder ungenügende Reaktionen bestraft wird, wird er schnell widerwillig und gedrückt oder versucht sogar, sich der ganzen Übungssituation zu entziehen. Er ignoriert dann den Hundeführer oder sucht gar das Weite, sobald er die Gelegenheit bekommt (z.B. wenn er abgeleint ist).

Ein positiv trainierter Hund sucht aus eigenem Interesse immer wieder Kontakt zu seinem Menschen.

Aus viele Studien weiß man inzwischen, dass rein positiv trainierte Übungen nicht nur erheblich zuverlässiger sind, sondern auch bis ins hohe Alter hinein immer wieder gern gezeigt werden. Vergessen werden Übungen, die mit Spaß gelernt wurden übrigens nur ganz selten.

Sicher muss ich aber dominant über meinen Hund sein, damit er mir gehorcht?

Mit dem Dominanzbegriff ist das so eine Sache – jeder versteht etwas anderes unter „Dominanz“ und im Grunde genommen erklärt das Wort gar nichts. Wir sind daher der Meinung, dass man das Hundeverhalten und das Verhältnis zwischen Hund und Besitzer viel besser ohne dass „D-Wort“ erklären und ggf. verändern kann. Um Problemlösungen zu finden oder die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu verbessern, verlassen wir uns lieber auf die Erkenntnisse der Lernforschung, verbessern die Kommunikation zwischen Hund und Halter und berücksichtigen die Bedürfnisse beider Teampartner. Lange Listen voll starren Regeln, mit denen man dem Hund angeblich beweist, dass man ranghöher ist als er, sind dabei meist eher hinderlich.

Auch haben wir hier und da unsere Zweifel, wenn Hundetrainer mit dem Brustton der Überzeugung erklären, dass sie wissen was ihr Hund über sich selbst und die Rangposition zwischen ihm und seinem Menschen denkt.

Dauert der Lernprozess nicht wesentlich länger, wenn man ausschließlich positive Verstärkung verwendet?

Das Gegenteil ist der Fall. Ausbildung mit Zwang oder Einschüchterung hat zwar eventuell etwas schnellere Anfangserfolge, aber mit rein positiver Verstärkung nutzt man die Bereitschaft des Hundes, mit seinem Menschen zu „arbeiten“, in vollem Umfang und fördert sie weiter, statt ihr immer wieder einen Dämpfer zu versetzen. Mit positiver Verstärkung ausgebildete Hunde werden daher mit der Zeit immer eifriger und besser, während negative Verstärkung mit der Zeit dazu führt, dass der Hund gehemmt und unlustig wird und durch den Stress, unter dem er immer wieder steht, nur noch schwer dazu lernen kann.

 

Darf ich denn nun gar nicht mehr schimpfen oder strafen, egal was der Hund macht?

Doch. Es gibt Situationen, in denen der Einsatz von Strafe der direkteste und einfachste Weg ist, um störendes oder sogar gefährliches Verhalten beim Hund abzustellen.
Dies bezieht sich aber nur auf den Bereich der Erziehung. In dem Moment wo es um dier Ausbildung, also um das Lernen neuer Übungen und schwieriger Abläufe geht, ist Strafe in keiner Weise akzeptabel. Wer sich intensiv mit den Möglichkeiten der positiven Verstärkung beschäftigt, wird nur noch selten Anwendungsbereiche für eine Strafe finden.
Strafe erkauft in der Regel nur eine zeitweilige Unterdrückung des Verhaltens, ohne dass der Hund viel daraus lernt. Daher ist sie In der Hundeausbildung (durch die der Hund lernt, etwas bestimmtes auf "Kommando" zu tun) auch grundsätzlich fehl am Platz.

Grundsätzlich gilt die Regel: Wenn, dann bestraft man unmittelbar das unerwünschte Verhalten. Jemand, der meint, sein Hund müsste bestraft werden, begeht schon einen kapitalen Denkfehler. 

Braucht man wirklich Leckerchen? Warum reicht es nicht, zu loben und zu streicheln?

Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Hunde, die freundliches Zureden und Streicheln an sich so angenehm finden, dass sie sich immer wieder dafür anstrengen und auch starke Ablenkungen (etwa spielende Hunde) ausser Acht lassen.

Es ist aber tatsächlich möglich, den Hund ohne Leckerchen und andere direkte Belohnungen auszubilden, und zwar auf folgende Weise: entweder Sie sperren den Hund den ganzen Tag in einen Zwinger und holen ihn nur zum Üben heraus. Unter diesen Umständen wird das Zusammensein mit Ihnen für den Hund so attraktiv, dass es als Belohnung evtl. ausreicht. Oder Sie arbeiten mit reichlich Leinenrucken und anderen negativen Einwirkungen. Unter diesen Umständen bedeutet Lob und Streicheln: "Du brauchst im Moment keine Strafen zu befürchten."

Darüber freut sich der Hund natürlich...

Wird der Hund nicht lästig und bettelt nur noch, wenn er mit Leckerchen belohnt wird? Und gehorcht er nicht später nur, wenn ich Leckerchen dabei habe?

Nein. Solche schlechten Angewohnheiten des Hundes sind keine unausweichlichen "Nebenwirkungen" einer Ausbildung über Futterbelohnung, sondern Folge von massiven Ausbildungsfehlern. Aufgrund unserer Erfahrung mit belohnungsorientierten Ausbildungsmethoden können wir Ihnen zeigen, wie sie solche Fehler vermeiden und den Eifer Ihres Hundes in gewünschte statt unerwünschte Bahnen lenken.

Irgendwann muss der Hund doch auch mal ohne Belohnung gehorchen!

Schön wär's! Aber ein Hund behält wie alle Tiere (und Menschen...) nur solche Verhaltensweisen bei, die ihm irgendwelche Vorteile bringen. Verhaltensweisen, die keine Vorteile mehr bringen, "sterben" früher oder später "aus". Das gilt selbstverständlich auch für den antrainierten Gehorsam Ihres Hundes.

Das heisst aber keineswegs, dass Sie Ihrem Hund lebenslang für jedes korrekte Befolgen eines einfachen Signals eine Belohnung geben müssen! Ganz im Gegenteil ist es wichtig, dass er nur noch unregelmässig und eher selten belohnt wird, wenn er die gewünschte Reaktion erst einmal gelernt hat, denn gerade dadurch wird das Gelernte ganz besonders zuverlässig. (Denken Sie nur daran, wie überaus hartnäckig ein Hund bei Tisch bettelt, obwohl das vielleicht nur einmal die Woche "belohnt" wird!)

Ausserdem muss die Belohnung nicht immer ein Leckerchen sein, sondern kann auch in anderen Dingen oder Tätigkeiten bestehen, die der Hund gern hat.

Verliere ich nicht an Autorität, wenn ich darauf verzichte, die Befolgung meiner Kommandos durchzusetzen?

Nein. Diese Vorstellung beruht auf einem Missverständnis.

Kein noch so dominanter Alphawolf kann einem unterlegenen Rudelmitglied "befehlen", z.B. "Sitz-Bleib" zu machen, "Bei Fuß" zu gehen oder auf ein bestimmtes Zeichen herzukommen.

Wenn der Hund auf ein Signal einmal nicht reagiert, hat das also nichts mit "Dickköpfigkeit" oder Rebellion zu tun, sondern heisst einfach, dass er gerade nicht „gehorchen“ kann – entweder weil seine Ausbildung in diesem Punkt noch nicht weit genug fortgeschritten ist oder weil er einen triftigen Grund hat (z.B. gestresst ist oder ein körperliches Problem hat).

Schön und gut, aber warum muss es unbedingt "Clickertraining" sein?

Der Clicker ist keine Spielerei oder ein neumodischer Schnickschnack, den wir nur verwenden, um Sie zu beeindrucken oder uns von anderen Hundeschulen abzuheben.

Es handelt sich einfach um das wirkungsvollste und "mächtigste" Ausbildungsmittel, das wir Ihnen zur Zeit bieten können. Nicht nur Hunde, sondern alle Tiere (Pferde, Ziegen, Filmtiere, Delphine und andere Wildtiere, ja sogar Fische) werden mit den Methoden des Clickertrainings erfolgreich ausgebildet.

Die Ausbildung mit dem Clicker ist ausserdem ein echter Weg zur Kommunikation mit dem Tier, der uns daher immer wieder neu fasziniert. Persönliche Eigenarten des Hundes werden nicht unterdrückt, sondern genutzt und in die richtigen Wege geleitet. Wenn Sie mehr über Clickertraining erfahren möchten, finden Sie unter "Veröffentlichungen" einen Artikel zum Thema.

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